Das Kunstprojekt 8,33% - Die Spitze des Eisbergs in Braunschweig

Lichtparcours 2010

Von 2011 bis 2013 war die Skulptur 8,33% "Eisberg" auf dem Sternberger Teich in Helmstedt zu sehen.

Die schillernde Spitze des Eisbergs

Der Künstler Arend Zwicker setzt ein Sechs-Tonnen-Kunstwerk in den Teich des Kiryat-Tivon-Parks in Braunschweig. Mit der baulichen Umsetzung seines Kunstwerkes beauftragte Arend Zwicker die Tischlerei B. Schmidt aus Dresden.

Aus einem Artikel der Braunschweiger Zeitung von Ann Claire Richter

Ein bisschen wie Camping-Urlaub. Tischlermeister Bernhard Schmidt und seine drei Tischlergesellen aus Dresden haben sich häuslich im Kiryat-Tivon-Park niedergelassen. Seit einer Woche wohnen sie im Zelt – abgeschirmt von einigen Metern blickdichtem Bauzaun. Das Kulturinstitut hat Feldbetten organisiert; auf dem Klapptischchen eine Kaffeemaschine und eine Megadose Linsensuppe mit Würstchen. Der Boden ist feucht von den beiden Gewittern der letzten Nacht. Die leere Kiste Wolters Pilsener mahnt, dass irgendeiner heute noch vor dem Feierabend los muss, um Nachschub zu holen.

Das Handwerker-Quartett schiebt vor seinem Zeltlager Wache für das angehende Lichtparcours-Objekt "8,33 Prozent" von Arend Zwicker. Das liegt fast vollendet im Teich vor Anker. Heute soll es in die Mitte des Gewässers gezogen werden. Drei Stahlseile, festgemacht am Ufer, werden das schwimmende Spiegel-Objekt halten.


Keines der spiegelnden Dreiecke gleicht einander


Der Tischlermeister hat mit seinem Team bereits Kulissen für das Staatssauspielhaus Dresden gebaut und ist damit Spezialist für kniffelige Sonderaufgaben. Er war der einzige bundesweit, der sich herangetraut hat an diese Aufgabe.

Noch ist der Blick ins Innere möglich. Ein unregelmäßiger Grundriss von etwa 9 mal 10 Metern. Lauter Schrägen und Spitzen. Wie Mikado-Stäbe stützen Holzbohlen kreuz und quer die Konstruktion. Eine statische Meisterleistung. "So etwas haben wir in dieser Größenordnung und auf Wasser noch nie gebaut", erklärt uns Tischlermeister Schmidt und seufzt: "Kein einziger rechter Winkel. Alles Dreiecke – und keines wie das andere."

Maximal 13 Tonnen Gewicht können die Schwimmkörper für das Objekt tragen. Allein die dachstuhlartige Konstruktion für die Spiegel wiegt 3 Tonnen. Gesamtgewicht des Aufbaus: 6 Tonnen. 70 unterschiedliche Dreiecke werden verbaut. Eine besondere Tücke: "Der Sponsor will das Kunstwerk nach dem Lichtparcours an anderer Stelle wieder aufbauen, und so mussten wir verschiedene Module bauen, die sich wieder zusammensetzen lassen", erklärt Zwicker.
Dank eines Drehgelenks unter den Pontons wird sich das Objekt im Wind drehen können. Schon der kleinste Hauch setzt es in Bewegung. "Das Objekt soll schon bei Tageslicht und nicht nur in der Nacht wirken", betont der Künstler, und so hat er das "Leuchtmittel Sonne" genutzt. Am Tage wird es gleißend strahlen und blitzen; in der Dämmerung werden sich unmerklich sechs Scheinwerfer zuschalten und für Reflexions-Effekte sorgen.

Kunst für Leute, die sonst nichts damit am Hut haben

"Wenn schon Kunst im öffentlichen Raum, dann muss sie auch allen etwas geben", meint Zwicker. Das Objekt solle auch Menschen gefallen, die sonst nichts mit Kunst am Hut haben. "Monumentaler Minimalismus", nennt er das, was er da macht und grinst dabei ganz frech.